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Januar 2012 - Zeitschrift
Wir haben ein Jahr der Selbstkritik hinter uns: Manager geißelten Maßlosigkeit und kurzfristiges Denken in ihren eigenen Reihen; Business-School-Dekane räumten Fehler bei der Ausbildung des Führungsnachwuchses ein; ja der Kapitalismus selbst geriet in die Kritik. Und zwar nicht nur bei Demonstranten wie den Vertretern der "Occupy"-Bewegung, sondern gerade auch bei seinen vermeintlich treuesten Anhängern. So haben zum Beispiel Harvard-Business-School-Professor Michael Porter und sein Koautor Mark Kramer mit ihrem Konzept des "Shared Value" für Furore und reichlich Diskussionsstoff auf Managementkonferenzen gesorgt.
"Wir haben wahrlich andere Sorgen", werden viele Praktiker in den Unternehmen denken: "Die Märkte verändern sich, der Wettbewerb wird intensiver, alte Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr - wir haben keine Zeit für Sinnfragen und Wertediskussionen." Diese Sichtweise greift zu kurz. Denn das eine schließt das andere nicht aus. Ganz im Gegenteil. Die vorbildlichen Unternehme von heute arbeiten anders als die Stars vergangener Jahre, schreibt Harvard-Business-School-Professorin Rosabeth Moss Kanter in unserer aktuellen Ausgabe. Deren Führungskräfte begreifen ihre Unternehmen als tragende Säulen der Gesellschaft. Natürlich wollen auch sie Gewinne erzielen. Der Unterschied besteht jedoch darin, wie Entscheidungen auf dem Weg zu diesem ziel ausgerichtet werden.
Im vorliegenden Schwerpunkt "Werte im Management" erfahren Sie, nach welchen Prinzipien die besten Unternehmen heute geführt werden (ab Seite 26), Sie finden Beispiele, wie Weltkonzerne nachhaltiges Wirtschaften in der Praxis definieren (ab Seite 42), Sie lesen ein Interview mit dem Infosys-Gründer Narayana Murthy, der ein auf Werte ausgerichtetes Milliardenunternehmen geschaffen hat (ab Seite 54), und Sie lernen kreative Konzepte für die Rechtsform sozialer Unternehmen (ab Seite 62) und deren Finanzierung (ab Seite 70) kennen. Der Heftteil "Trends" ist in dieser Ausgabe unserer Harvard-Agenda gewidmet. Ökonomen, Manager, Berater uns Querdenker präsentieren 10 mutige Ideen für das Jahr 2012. Von neuen Ansätzen, die Verschuldung der Staaten in den Griff zu bekommen, über einen klugen Vorschlag, den Hunger in der Welt zu beenden, bis hin zu so handfesten Tipps wie einem verbesserten 360-Grad-Feedback für Führungskräfte. Die Ideen beginnen auf Seite 7.
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