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Schreiben Sie eine Bewertung für: Arthaus Collection 31. Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs
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Oktober 2007 - DVD-Video
Eine Empfehlung der Redaktion des KulturSPIEGEL
Viele Menschen gehen ins Kino, um sich eine Geschichte erzählen zu lassen. Bei Robert Altman bekommen sie oft mehr für ihr Geld: viele Geschichten in einem Film. In »Cookie¿s Fortune« begibt sich der Regisseur in eine Kleinstadt in Mississippi, wo die Menschen über die Straße schlendern, stehen bleiben, ein paar Worte wechseln, weiter gehen und Halt machen beim nächsten Bekannten. In Holly Springs kümmert sich Hausmeister Willis um Jewel Mae, genannt Cookie, die allein in einer Villa lebt. Eines Tages jagt sie sich eine Kugel in den Kopf. Ihre Nichten finden die Tote und beseitigen zur Wahrung der Familienehre alle Selbstmord-Spuren. Willis gerät in Mordverdacht, doch der Sheriff ist von seiner Unschuld so fest überzeugt wie Cookies Großnichte Emma, die mit Deputy Jason gerade eine frühere Affäre aufflammen lässt.Für die ungestüme Leidenschaft der Jugend und die abgeklärte Ruhe des Alters findet Altman gleich starke Bilder. Als Emma aus Solidarität mit Willis im Gefängnis übernachtet, rollt Jason das gelb leuchtende Absperrband der Polizei in ihre Zelle. Emma folgt dem Band, da taucht Jason auf, zieht sie hinein in einen Raum ¿ die Tür schlägt zu. Die Kamera richtet ihren Blick auf das Band, das sehr schnell aufgerollt wird. Für Cookies letzte Augenblicke nimmt sich Altman alle Zeit der Welt. Ausführlich zeigt er, wie sie sich die Treppe hoch müht, im Grunde ist dies für einen Film tote Zeit. Aber es ist die Zeit vor dem Tode und deshalb kostbar. Später legt sich Cookie ein Kissen auf den Kopf, setzt die Waffe an und drückt ab. Federn fliegen. Ein Menschenleben wurde gewaltsam beendet, aber auch befreit von allen Beschwernissen des Alters.
Eine milde Ironie, die für alle Verschrobenheiten Verständnis hat, zeichnet den Film aus. Willis habe mit Sicherheit nicht die gleiche Blutgruppe wie der mutmaßliche Täter, meint Sheriff Boyle gegenüber einem auswärtigen Polizisten. Woher er das wissen wolle, fragt dieser. »Weil wir zusammen gefischt haben«, antwortet Boyle nur.
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