Blühende Landschaften nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs, es gab sie wirklich. Die 1949 gegründete Bundesrepublik Deutschland wurde zu einem Erfolg, den damals niemand erahnt hatte. Doch wie krisenfest ist das längst wiedervereinigte Land heute? Gestützt auf eine umfassend recherchierte SPIEGEL-Serie zieht SPIEGEL GESCHICHTE Bilanz und umreißt die Aufgaben der Zukunft, ergänzt durch zahlreiche Gastbeiträge: So schreibt unter anderen die Schriftstellerin Thea Dorn über ihr Bild vom "Einheitskanzler" Helmut Kohl, die Historikerin Ute Frevert analysiert die Entwicklung der Frauenrechte, und der Politologe Franz Walter schreibt über die Zeitverzögerung als Merkmal deutscher Politik. In einem Interview erzählt die Adenauer-Vertraute Anneliese Poppinga ihre Erinnerungen an den ersten Bundeskanzler; des Weiteren spricht die Anwältin und Publizistin Seyran Ates gemeinsam mit ihren Eltern über ihr Leben als Gastarbeiterfamilie in den siebziger Jahren in Deutschland.
Blühende Landschaften nach der Verwüstung, es gab sie wirklich. Die im Mai
1949 gegründete Bundesrepublik wurde zu einem Erfolg, den damals niemand
erahnt hatte. Doch wie krisenfest ist das längst wiedervereinigte Land heute? In
dieser Ausgabe zieht SPIEGEL GESCHICHTE Bilanz und umreißt die Aufgaben
der Zukunft, gestützt auf eine umfassend recherchierte SPIEGEL-Serie sowie viele
weitere Artikel, Interviews und Gastbeiträge, unter anderem von der Schriftstellerin
Thea Dorn (Seite 72) und dem Politologen Franz Walter (Seite 140).
Hatun und Mehmet
Ates¿ arbeiteten
von 1968 bis 1988 in Berlin.
Inzwischen sind sie
Rentner und in die Türkei
zurückgekehrt. Um
Karen Andresen und
Henryk M. Broder über
ihr Leben als "Gastarbeiter"
zu erzählen, flogen
sie eigens in die
deutsche Hauptstadt.
Zuvor waren allerdings noch einige bürokratische Hürden zu nehmen: Für einen
Besuch in Deutschland benötigt das Ehepaar eine Einladung und ein Visum. Das
Gespräch (Seite 116) fand schließlich in der Wohnung von Tochter Seyran statt, die
als Anwältin und Publizistin in Berlin lebt.
Die Dunkelkammer in seinem Haus in Königswinter
ist das Allerheiligste des Fotografen Konrad
R. Müller. Mit einem alten polnischen Vergrößerungsgerät
Marke "Krokus" fertigt Müller hier seine
Schwarzweißbilder an, jeder Abzug ein Unikat.
Redakteur Dietmar Pieper und Layouter Rainer
Sennewald durften ihn in seiner Werkstatt besuchen,
gemeinsam wählten sie aus seinem Lebenswerk
eine Porträtgalerie der Bundeskanzler aus
(Seiten 46 bis 59). Zur Fotografie ist Müller als Student
der Berliner Kunsthochschule gekommen: Er
skizzierte Konrad Adenauer, weil ihn, wie er sagt,
"dieses verwitterte Gesicht faszinierte". 1965 suchte
er Adenauer erstmals mit der Kamera auf. Seitdem
hat Müller alle deutschen Kanzler porträtiert,
auch Angela Merkel hat ihm bereits zugesagt.
Als Buchautor hat sich SPIEGEL-Redakteur Norbert F. Pötzl mit zwei Persönlichkeiten,
die er in diesem Heft beschreibt, intensiv beschäftigt. Über den
ehemaligen DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker, den er auf dessen
letzter Reise 1993 ins chilenische Exil begleitete, hat Pötzl 2002 eine Biografie
veröffentlicht. Das Wirken des einstigen DDR-Anwalts und innerdeutschen
Unterhändlers Wolfgang Vogel schilderte er in dem 1997 erschienenen Buch
"Basar der Spione"; dessen Präsentation fand an der Glienicker Brücke statt, wo
mit Vogels Hilfe dreimal im Kalten Krieg Ost- gegen Westagenten ausgetauscht
wurden (Seiten 84 und 138).