Kaiserpracht und höfisches Zeremoniell, österreichisches Kulturgefühl und Heiratsglück: Kaum eine Dynastie weckt so viel Sehnsucht wie die Habsburger. Tatsächlich hat die Fürstendynastie Europa geprägt wie kaum eine andere. Wie war das möglich - und was ist nach dem Ende der großen Monarchien aus den Habsburgern geworden?
Die neue Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE erzählt eine jahrhundertelange Erfolgsstory von erstaunlicher Vielfalt und Aktualität: Beim Aufstieg der einstigen Grafen aus dem Aargau waren viel Zähigkeit und Gewalt im Spiel; doch mindestens ebenso halfen Heiratspolitik und glückliche Erbfälle dabei mit, dass schließlich weite Teile des Kontinents unter habsburgischer Herrschaft standen. Das weitverzweigte Geschlecht hat eine eindrucksvolle Galerie großer Charaktere hervorgebracht: Vom "letzten Ritter" Maximilian I., der sich von Dürer malen ließ, über den skeptischen Weltbezwinger Karl V., und die energisch-fürsorgliche Maria Theresia bis zu Franz Joseph mit seiner kitschverklärten Gattin Elisabeth ("Sisi") zeigt es ein vielgestaltiges Panorama fesselnder Persönlichkeiten.
Aber auch die politischen Hintergründe erläutert das mit Karten und Stammbäumen angereicherte Heft: Spätmittelalterliche Rivalitäten, kurfürstlicher Zwist, Türkenkämpfe und das harte Regiment in Ungarn gehören ebenso zu Habsburg wie der Kunstsinn des Prager Zauderers Rudolf II., die Opernseligkeit Leopolds I. oder das herbe Aufklärertum Josephs II.
SPIEGEL-Autoren und renommierte Wissenschaftler stellen ein Fürstenhaus vor, das zum Mythos geworden ist - und zugleich ganz real fortlebt. Eine große Reise-Reportage aus den Grenzorten der einstigen k.u.k.-Monarchie erkundet die Spuren Österreich-Ungarns fast ein Jahrhundert nach seinem Untergang. Im Gespräch erläutert der gegenwärtige Chef des Hauses, Karl von Habsburg, warum sein Name in Österreich durchaus noch "polarisiert", aber auch warum er und sein Vater sich vehement für ein vereinigtes Europa engagiert haben.